Dienstag, 31. Dezember 2013

Abschied nehmen

Abschied nehmen... Nicht nur von dem Jahr 2013. Die letzten Wochen war es hier sehr ruhig. Allerdings auch nur hier auf dem Blog. Das echte Leben hat mal wieder gewütet. Die letzte Zeit war und ist eine sehr schwierige Zeit. Nach kurzer, aber heftiger Krankheit ist mein geliebter Vater noch kurz vor Weihnachten verstorben. Einerseits freu ich mich darüber, muss er doch nicht mehr leiden und hat sich sein Wunsch, an Weihnachten nicht mehr im Krankenhaus zu liegen erfüllt. Und andererseits kann ich es nicht fassen. Es ist absurd dass der Mensch, der mich in das Leben gebracht hat, der mein ganzes Leben lang da war, der stärkste Mann der Welt, der Alleskönner... nun nicht mehr da ist. Wie kann das nur sein? Geht doch gar nicht.
Ganz angekommen ist das in meinem Kopf noch nicht. So wollte ich meinen Papa schon anrufen, um ihm die Daten seiner Beerdigung durchzugeben - das entbehrt nicht einer gewissen Komik.

Aber nicht nur ich habe meinen Vater verloren, die Kinder haben ihren geliebten "Pinkpandaopa" verloren. Schwer zu sagen, wie sie mit der Situation umgehen können. Der Kleine ist noch zu klein, um das Ganze irgendwie kommunizieren zu können. Er war sehr anhänglich die letzte Zeit. Auch mitten auf der Beerdigung musste natürlich gestillt werden... Typisch... Der Mittlere redet wenig. Aber immer wieder sagt er, "schade, dass der Pinkpandaopa nicht mehr lebt". Er hat seinem Opa noch ein bild in das Grab gelegt, dass er einem Tag vor dem Tod für den Opa im Kindergarten gemalt hatte - was völlig untypisch für meinen Räuber ist... Das war ihm auch sehr wichtig, das Bild dem Opa noch mitzugeben. Er redet heute noch immer wieder davon. Die Große fragt besonders bei Spaziergängen gerne nach Opa. Wie er war, was er gerne mochte, was er alles so konnte und wo er jetzt ist. Dass er auf einer Wolke im Himmel liegt und uns sehen kann...

Im Flur hängt nun ein Bilderrahmen, der ursprünglich meinem Vater gehört hat. darin Bilder von ihm mit den Kindern und mit mir als Kind. Auf einem kleinen Sims darunter ein kleines Teelicht in einem schmucken Gläschen. Direkt daneben ein kleines, buntes Papiermobile aus der Wohnung meines Vaters. Immer wieder muss ich davor verweilen und zünde ein Kerzchen an. Auch Töchterchen guckt ab und an hin oder ruft dem Opa ein schnelles Guten Morgen Pinkpandaopa zu...

Nun werden wir also in das neue Jahr mit einem Menschen weniger in unserer Familie. Aber so kitschig es klingt, in unserem herzen hat er einen festen Platz.

Extra für die Beerdigung habe ich mir ein Kleid genäht. Schwarz ist nicht die überwiegende Farbe in meinem Kleiderschrank, aber es war mir vorallem die ersten tage nach dem Tod meines Vaters ein Bedürfniss, schwarz zu tragen. So habe ich mir schwarzen Jersey gekauft und ein Testkleid aus einem anderen Stoff genäht. Geplant war, das Kleid dann aus dem schwarzen Jersey, ganz in Ruhe mit vielen Gedanken an meinen Papa und der ein oder anderen Träne zu nähen. Ja Pustekuchen, wie das so mit 3 Kindern ist. Mit Ruhe und Besinnung war gar nichts. In Hektik und ohne Gedanken (zumindest keine an Papa) wurde das Kleid in allerletzter Sekunde noch fertig. Ganz schlicht, so wie ich es wollte.

Der Schnitt ist Onion 2047. Ich liebe das Muster. Es sind inzwischen noch zwei weitere Kleider nach diesem Muster in meinen Schrank gewandert. Ich musste kaum Änderungen vornehmen. Lediglich im Brustbereich hab ich es ein wenig verschmälern müssen, sonst hatte ich im Unterbrustbereich zuviel Stoff.

Das war nun also der letzte Post für dieses Jahr. Nun gilt es Abschied nehmen von einem ereignissreichen, aber auch sehr traurigen Jahr. Ich bin dennoch sehr gespannt, was 2014 so alles für meine Familie und mich parat hält.

Liebe Grüße,
Marie

Kommentare:

  1. Ich sitze hier auf der Couch, lese deinen Beitrag, kenne dich und deine Familie nicht .. bin aber gerade unsagbar traurig und weine still vor mich hin.
    Mein allerherzlichstes Beileid zum Verlust deines Helden <3
    Es ist immer schrecklich geliebte Menschen zu verlieren, auch wenn deren letzte Tage von Qual und Schmerz begleitet waren. Ich wünsche dir und deiner Familie einen besinnlichen Start in ein schöneres und vor allem gesundes Jahr 2014.
    Liebe Grüße! Anna

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  2. ich drück dich mal ganz dolle. ich kann dich und deine kinder sehr gut verstehen, wir haben es vor einem jahr durchgemacht. aber unsere eltern bleiben in unseren herzen. es werden bestimmt noch sehr viele schöne erinnerungen kommen, auch wenn wir dann wieder traurig sind weil sie uns dann so fehlen

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  3. Das tut mir sehr Leid für dich.
    Trage ihn weiter in deinen Herzen und er wird es schätzen was du dir für Mühe gegeben hast. Wo immer er sich grade rum treibt.

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  4. Hallo Marie,

    mein aller herzlichstes Beileid für Dich und Deine Familie.
    Ich wünsche Euch in dieser sehr schweren Zeit besonders viel Kraft die Ihr braucht, um über den großen Verlust hinweg zu kommen.

    Es ist schön zu lesen, dass dennoch viel positives in deinem Post steckt und Du mit frohem Mutes in die Zukunft blickst und nichg aufgibst.

    Fühl dich virtueller und unbekannter Weise gedrückt und umarmt.

    Liebe Grüße

    Daniela

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  5. Ich wünsche dir viel Kraft für die nächste Zeit. Und trotzdem einen guten Rutsch ins neue Jahr. So kitschig es ja auch klingt aber eigentlich kann es ja nur besser werden.

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  6. Mein Beileid, es tut mir sehr leid. :,(

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  7. Mein Mitgefühl..meine Mama hat am 5.12.12 meinen Papa tot im Büro gefunden,ich kann gut nachvollziehen,wie Du Dich fühlst :'(
    Ich wünsche Dir und Deiner Familie ganz viel Kraft für die kommende Zeit. Leider gibt es keinen Trost,außer,dass der Schmerz irgendwann weniger häufig präsent ist.
    Gott sei Dank ist es für die Kinder einfacher..die Kleine gibt dem letzten Foto von sich und Opa abends Luftkussis,für den Mittleren fliegt Opa im Himmel herum und beschützt uns und der Große hat es ganz gut weggesteckt.
    Alles Gute für euch <3

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  8. Liebe Marie,

    ich wollte Dir schon längst geschrieben haben, verstehe ich Deine Gedanken und Deine Traurigkeit, diese Fassungslosigkeit gerade am Anfang. Das größte Geschenk, das bleibt, sind die schönen Erinnerungen. Ich hoffe und so wie Du schreibst, denke ich, Du wirst noch sehr oft daraus Kraft ziehen.

    Mein Vater lebt nun seit zweieinhalb Jahren nicht mehr, aber tot wird er niemals sein, so lange er in unserer Erinnerung ist.

    Ganz viele liebe Grüße und viel Kraft für die bevorstehende Zeit.

    Katharina

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  9. Marie, mein Beileid... was für ein trauriger Anlass, sich selbst etwas zu nähen. Dennoch ist das Kleid sehr schön geworden. Alles Gute euch für das neue Jahr!

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